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Wasser ist Leben

Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf unseres Planeten Erde, ist ein in sich geschlossenes System. 71% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Auf diesen Wasserflächen und in geringerem Maße über den verbleibenden 29% Landflächen verdunsten infolge der Sonneneinstrahlung große Wassermengen und steigen in die Erdatmosphäre auf. Nach einer Verweildauer von durchschnittlich 10 Tagen in der Atmosphäre fallen aus den sich dort gebildeten Wolken, infolge der Abkühlung, Niederschläge als Regen oder Schnee auf die Erde zurück. Die Verteilung der Niederschläge auf der Erde ist abhängig von Jahreszeit und Windrichtung. In Mitteleuropa betragen die Niederschläge je nach Region 500 bis 1500 mm im Jahr. Weltweit ist das eine Spanne von Null bis ca. 12.000 mm im Jahr.

Ein Drittel der Niederschläge fließt in der Regenzeit oberirdisch durch unsere Gewässersysteme wieder dem Meer zu. Ein weiteres Drittel bleibt in der Vegetation und verdunstet. Das letzte Drittel des Niederschlags versickert im Boden und fließt dem Grundwasser zu.

Aus dem Grundwasser wird vorwiegend der Bedarf an Trink- und Brauchwasser gedeckt. Das so genutzte Wasser fließt dann als Abwasser über die Oberflächengewässer wieder dem Meer zu. Gleiches gilt für das nicht genutzte Grundwasser, das einen unterirdischen Grundwasserstrom bildet und ebenfalls über das Gewässernetz ins Meer zurück strömt. Durch dieses System geht letztlich kein Wasser verloren. Das Wasser auf der Erde besteht aus 97% Salzwasser in den Meeren, 2% Eis (Polkappen / Gletscher) und 1% Süßwasser (Flüsse, Seen, Bodenwasserspeicher).

Wasserverfügbarkeit

Süßwasser ist auf der Erde zu einem knappen Gut geworden. Vom Jahr 1900 bis heute hat sich die Weltbevölkerung mehr als vervierfacht und der Verbrauch an Süßwasser hat sich mehr als versechsfacht. In vielen Regionen der Welt herrscht heute Wasserknappheit. Vor allem für die Nahrungsmittelproduktion der Welt wird wegen der wachsenden Bevölkerungszahl immer mehr Wasser benötigt. Ohne Wasser gibt es keine Ernten und ohne Nahrungsmittel kein Leben. Insbesondere die Regionen der Welt, die keine ausreichenden Niederschläge haben und auf Grundwasser bzw. Oberflächenwasser für ihre Beregnungsanlagen angewiesen sind, stehen im Zeitalter des Klimawandels einer unsicheren Zukunft gegenüber.

 

 

Fast die Hälfte der Menschen lebt heute in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich auf 10 Milliarden Menschen ansteigen. Dann wird sich das Problem Wassermangel, bei Beibehaltung der herkömmlichen wirtschaftsweise, deutlich verschärfen.

Wasserverschmutzung

Besonders in Entwicklungsländern wird die ohnehin bestehende Wasserknappheit durch die Wasserverschmutzung extrem verschärft. In Asien sind 70% der Flüsse und Seeen verschmutzt. In der globalisierten Welt haben sich Textil-, Chemie- und Schwerindustrie in diesen Regionen, wegen niedriger Arbeitskosten und fehlender Umweltstandards, angesiedelt. Jedes Kleidungsstück das wir in der westlichen Welt erwerben, hat i.d.R. in Asien und Afrika Wasser- und Bodenkontaminationen hinterlassen, mit allen Gesundheitsrisiken für einen Großteil der dortigen Bevölkerung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 10 am stärksten verschmutzten Orte der Welt

Bild: Blacksmith Institut

 

 

 

Durch unzählige Gerbereien in Bangladesh gelangen täglich 22.000 m³ giftige Abfälle in den Buriganga Fluss, das wichtigste Wasserreservoir Dhakas - eine Mega-City mit 9 Millionen Einwohnern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kampf um die Ressource Wasser

Kalifornien ist ein Obst- und Gemüsegarten dieser Welt, der aber nur Früchte trägt, wenn genügend Wasser für Bewässerung zur Verfügung steht. Die Flüsse aus den Rocky Mountains, die durch Gletscher und Stauseen auch in trockenen Sommern eine zuverlässige Wasserquelle für die Landwirtschaft waren, können schon seit einigen Jahren den Bedarf nicht mehr decken. Zum einen ist es der Klimawandel, der den Wasserstrom geringer werden lässt und zum anderen sind es die großen Mega-Cities, wie Los Angeles, Las Vegas u.a. die immer mehr Wasser für ihre Bevölkerung abzweigen. Die politischen Entscheidungen bei der Wasserverteilung gehen klar zugunsten der Städte und die Landwirtschaft hat das Nachsehen. Die Dürrejahre in Kalifornien insbesondere seit dem Jahr 2012 haben der Landwirtschaft schwer zugesetzt. Sie durften nur noch begrenzte Mengen Wasser aus Flüssen und Reservoiren für die Bewässerung ihrer Felder entnehmen, was zu Ernteverlusten in Milliardenhöhe führte. Dies ist nicht nur ein Schaden für die Landwirtschaft, sondern diese Nahrungsmittel fehlen auch im Brotkorb der Weltbevölkerung.

 

 

Kalifornien ist nur ein Beispiel von vielen auf dieser Erde. Forscher haben anhand von weltweit erhobenen Daten berechnet, dass bis 2050 jede vierte Großstadt der Welt von Wasserknappheit betroffen sein könnte. Zu ignorieren sind diese Feststellungen nicht, nachdem im Jahr 2018 beispielsweise Kapstadt wegen Wasserknappheit nur knapp einer Katastrophe entging und in Australien die Wasserreserven schwanden und selbst im regenreichen Deutschland mancherorts das Trinkwasser knapp wurde. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt betrugen die Ernterückgänge im Jahr 2018 in Deutschland, beispielsweise bei Getreide 26% und bei Raps 36%.

Die Urbanisierung nimmt zu. Schon jetzt leben über 50% der Weltbevölkerung in Städten und die Tendenz ist weiter steigend. Die Wasserknappheit führt schon seit einigen Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Landwirtschaft und Stadtbevölkerung sowie zwischen einzelnen Staaten mit ungewissem Ausgang.

Dr. Günther Lißmann, 22.05.2019